
Seine erste Prüfung war nicht die schwerste
Heinz Hess beschloss, seinem Leben eine andere Richtung zu geben, ging nach Pforzheim, studierte Betriebswirtschaft und hatte Glück. Er fand eine Arbeit, in der er sein theoretisches Wissen aus dem Studium mit den Erfahrungen verbinden konnte, die er in der Land- und Viehwirtschaft gemacht hatte. Er wurde von einer Tochterfirma des amerikanischen Pharmakonzerns Ely Lilly für die Marktforschung angestellt. Bald darauf wurde er zum Produktmanager befördert. Seine Arbeit war spannend und interessant, er war kompetent und erfolgreich. Doch dem Erfolg folgte die Krise.
Heinz Hess begann Fragen nach den Zusammenhängen und Folgen seiner Arbeit zu stellen. Seine Firma produzierte Pflanzenschutzmittel und Präparate für die Viehzucht. Immer öfter stellte sich also Heinz Hess die Frage, ob es richtig sei, solche Produkte zu verkaufen, immer deutlicher erkannte er, dass es Gifte waren. Durch seine Arbeit im Viehhandel kannte er das Grauen und die Gefahren der industriellen Massentierhaltung. Dass er daran beteiligt war, wehrlose Kreaturen zu vergiften, brachte ihn in einen schweren Gewissenskonflikt.
Was darf der Mensch tun, um sich das Leben angenehmer zu machen? Was darf er der Natur nehmen, was schuldet er ihr? Welche Rechte hat der Mensch gegenüber der Natur, die ihn umgibt, welche Pflichten hat er gegenüber seiner natürlichen Umwelt? Wie kann er seine Menschennatur mit der Natur seiner Umwelt in Einklang bringen? In seinem Unternehmen fand Heinz Hess keine Antworten auf seine Fragen. Da hatte er eine Begegnung.

