
Natur zwischen 304 Nägeln
„Kinder machen. Kunst“ für hessnatur
Kunst und Kleidung – zwei Dinge, die viel gemein haben, dachten sich die Projektverantwortlichen der Aktion „Kinder machen Kunst“ und das Naturmodelabel hessnatur. Die Idee, ein textiles Kunstwerk aus Naturmaterialien zu weben, konnte die Kinder und Jugendlichen ebenso begeistern wie Urte Michaelis von der Erlebnis-Werkstatt in Gießen. Gemeinsam wurden hessnatur-Stoffe auf einem Webstuhl in ein eindrucksvolles Kunstwerk auf zwei Mal zwei Metern verwandelt. Dank der tatkräftigen Unterstützung von Anika Tinz, der Projektbeauftragten bei hessnatur, stand dafür eine bunte Vielfalt an Textilien zur Verfügung. Reine Naturmaterialien, ökologisches Leder und Knöpfe, also all jene Materialien, aus denen hessnatur auch seine Kleidung schneidert, haben die Kinder und Jugendlichen in der Erlebnis-Werkstatt zu einem ungewöhnlichen Kunstwerk verarbeitet. Dabei wurden die Textilien nicht einfach geklebt sondern in einem Webrahmen eingewebt. Entstanden ist ein farbenfrohes Stoffbild mit einem Motiv aus der Natur, das die Kinder mit viel Liebe und handwerklichem Geschick gestaltet haben.
Die jungen Künstlerinnen im Alter von sechs bis 15 Jahren hatten allerdings zu Beginn des Projektes „Männerarbeit“ zu leisten. Auf beiden Seiten des Webrahmens mussten 152 Nägel eng nebeneinander eingeschlagen werden. Urte Michaelis von der Erlebnis-Werkstatt betreute das Projekt und bemerkte stolz: „Es gab keine blauen Daumen.“ Die neun Mädchen lernten, dass die nun gezogenen Bänder als „Kette“ bezeichnet werden. Nach den mühsamen Vorbereitungsarbeiten ging es am zweiten Termin in die kreative Phase des „Einwebens“. Zuvor mussten sich die Teilnehmer über das Motiv einig werden. „Die Idee ist wahrscheinlich durch die vorhandenen Stoffe und die Jahreszeit – im August war es noch recht sommerlich – entstanden“, vermutet die Werkstattleiterin. Judith und Lilith Görres, Saskia Traub, Vivian und Victoria Holl, Sofie Mück, Melissa Arlt sowie Nele und Jule Michaelis hatten sich für eine Gebirgslandschaft mit See und Sonne entschieden. „Für den See haben wir zum Beispiel die verschiedenen blauen Stoffe in Streifen gerissen und geschnitten. Es gibt sogar eine richtige Schaumkrone und Muscheln“, erklärt Jule Michaelis. Das Werk wird zum Schluss nicht vom Webrahmen genommen, sondern bleibt als Bild bestehen.
Das Kunstwerk ist zusammen mit weiteren Kunstobjekten am 14. November 2009 ab 16 Uhr im „Alten Rathaus“ und in der „Alten Synagoge“ in Münzenberg zu besichtigen.
Weitere Infos unter:
www.drk-muenzenberg.de

