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Lilafarbene Blüte der Flachspflanze
Die lilafarbene Blüte der Flachspflanze blüht nur einen Tag.
   
   
Bio-Flachs-Feld
Ein Bio-Flachs-Feld in der Nähe der Universitätsstadt Giessen. Hier baut hessnatur im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit dem IBDF Darmstadt Bio-Leinen an.
   
   
Besuch eines  Flachsfeldes
Rolf Heimann (li.) von hessnatur und Eckart Grundmann vom IBDF Darmstadt: Besuch eines Flachsfeldes, auf dem im Rahmen eines gemeinsamen Projekts erstmalig in Deutschland wieder Bio-Leinen angebaut wird.
   

Bio-Leinen aus Deutschland

Einheimischer Flachsanbau war praktisch ausgestorben. Er lohnte sich für deutsche Bauern nicht mehr, Baumwolle und neue Kunstfasern hatten das traditionelle Leinen verdrängt. Auch die Weiterverarbeitung, die zwar rein mechanisch, aber aufwändig zu leisten ist, findet man in Deutschland nicht mehr. In Zusammenarbeit des Instituts für Biologisch Dynamische Forschung (IBDF) e.V. in Darmstadt konnten wir hessische Bauern gewinnen, mit denen der Flachsanbau wiederbelebt werden sollte. Durch das gemeinsame Engagement mit unseren Mitarbeitern des Bereichs Innovation & Ökologie kann sich die Entwicklung der letzten beiden Jahre sehen lassen. Das ehrgeizige Ziel: 100% deutsches Bio-Leinen im Sortiment. 

 

Ein fast vergessenes landwirtschaftliches Gut

Hessisches Leinen konnte bis vor kurzem nur im Museum besichtigt werden. Seit 2005 hat hessnatur ein ehrgeiziges Projekt im Kopf: Die komplette Leinen-Kollektion soll aus deutschem Bio-Leinen in kbA-Qualität  produziert werden. 2007: Das Ziel ist in greifbare Nähe gerückt.In Hessen wird wieder Flachs angebaut. Die erste Ernte 2006 war ausgesprochen gut, das Wetter spielte mit. Optimistisch wurde der Anbau ausgeweitet. Derzeit arbeiten wir mit acht zertifizierten Bio-Bauern in Hessen zusammen, alles engagierte Ökologen mit dem Mut, Neues zu wagen. Die gemeinsame Vision schafft den Schulterschluss für den Erfolg: Das IBDF in Darmstadt übernimmt die wissenschaftliche Projektleitung, das hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz unterstützt die Aufbauphase mit Fördermitteln, die Bauern bringen Leidenschaft und persönlichen Einsatz ein und wir garantieren die Ernte-Abnahme und übernehmen die ökologisch wertschätzende Weiterverarbeitung.

 

Das Förder-Projekt läuft über einen Zeitraum von 4 Jahren, ab 2009 sollen ca. 30 Tonnen Flachsfaser auf etwa 40 Hektar Anbaufläche erzeugt werden. „ Dann können wir unsere gesamte Leinenkollektion aus einheimischem Bio-Leinen produzieren“, freut sich das Team um Rolf Heimann, Leiter für Innovation und Ökologie, im Haus.

 

Die Vision ist greifbar: Herrlich feines, kühles Gewebe

Es geht uns einerseits um ökologisch hochwertige Qualität – der Flachsanbau kommt gänzlich ohne Chemikalieneinsatz aus. Die nach der Ernte folgende Taurotte auf dem Feld ist eine traditionelle Form der Weiterverarbeitung und völlig schadstofffrei.  Existenzsicherung soll es andererseits für die umliegenden Ökobauern bedeuten. Und zusätzlich sollen Transportwege verkürzt und Abgasbelastung vermieden werden. Zur Weiterverarbeitung muss der Flachsbast weiterhin in die Niederlande. „Hier in Deutschland findet man Brech-, Schwing- und  Hechelvorrichtungen nur noch im Museum“, erklärt Matthias Böhme, unser Projektleiter, den Grund für diese Auslagerung.

 

Fein gesponnenes Leinen und leichter, kühler Griff als Damenbluse und Herrenhemd in limitierter Auflage: 2007 gab’s das nur über den Online-Shop.  Der Anfang ist gemacht. 2008 erwarten wir 10.000 m gewebtes Leinen. Ökologisch rein und authentisch.