


Der Faden, der verbindet
Gewaltige Berge, liebenswürdige Menschen und tiefe Religion im Alltag, das ist das Bild von Nepal. Doch es gibt auch Elend im Land am Himalaya: Lepra-Kranke zum Beispiel bleiben ein Leben lang ausgestoßen. Das Projekt NEPRA e.V. aus Deutschland nimmt sich dieser Menschen an, verhilft ihnen zu einer neuen Chance.
In Nepals Hauptstadt Kathmandu – wo Hinduismus und Buddhismus aufeinander treffen, beten die Menschen in den zahlreichen Tempeln zu ihren Göttern, sie sind es, die der Gesellschaft Halt verleihen. Denn Nepal gehört, trotz aller Himalaya-Romantik, zu den ärmsten Ländern der Welt, hier gibt es noch archaische Krankheiten – wie zum Beispiel Lepra. Wer befallen ist, wird von der Gesellschaft ausgestoßen, gilt doch die Krankheit als göttlicher Fluch. Einzig ein Leben als Bettler bleibt dem Gezeichneten übrig.
1989 gründete der Verein Nepra e.V. aus Deutschland eine Leprastation in Kathmandu. Dass Lepra heilbar ist, war damals längst nicht allen Nepalesen bekannt. Doch auch für die Geheilten war eine Rückführung in die Gesellschaft beinahe unmöglich. Die Initiative von Nepra e.V., eine Behindertenwerkstatt zu gründen, in der ehemals kranke und gesunde Menschen zusammenarbeiten können, findet heute als ein gelungenes Resozialisierungsmodell weltweit Beachtung.
Wohnungen, Schulen und Kindergärten sollten den Geheilten ihre Selbstständigkeit zurückgeben. Mittlerweile leben in den Projektdörfern Sewa Kendra und Kalaiya Bara 434 Menschen. In eigenen Textilwerkstätten finden sie Arbeit. Und es ist eine durchaus erfüllende Arbeit: Sie weben feinste Fäden zu kostbaren Stoffen wie Wolle, Kaschmir und Pashmina, aus denen dann exquisite Kleidungsstücke entstehen.
Inzwischen hat das New Saddle-Projekt im ganzen Land Vorbildcharakter. „Wir werden oft von unterschiedlichen Organisationen und Hospitälern geholt, um unsere Erfahrungen über die Krankheit und die Möglichkeit einer Rückführung der Menschen in die Gesellschaft weiter zu geben“, erzählt der Geschäftsführer von New Saddle, Chitra K. C. Auch hessnatur unterstützt das New Saddle-Projekt: Die Abteilung Innovation und Ökologie half der Handfärberei bei der Umstellung auf schadstofffreie Farben.
„Die Zusammenarbeit mit einem renommierten Versandunternehmen wie hessnatur gibt uns neue Kraft und den Glauben, dass unser Projekt eine Zukunft für die Besserstellung benachteiligter Menschen hat. Allein die Partnerschaft mit hessnatur schafft viele neue Arbeitsplätze in unseren New Saddle-Dörfern“, berichtet stolz Chitra K.C. Um den Lebensunterhalt der Menschen weiterhin zu sichern, nimmt hessnatur bewusst die hochwertigen, handgearbeiteten Textilprodukte aus den New Saddle-Werkstätten ab: So auch den handgewebten Pashmina-Schal.
Pashmina bedeutet soviel wie Diamantenstoff und gilt als das feinste Kaschmir der Welt. Die edlen Fasern werden vom Brusthaar der Kaschmirziege, die in den Hochtälern des Himalaya gehalten wird, vorsichtig ausgekämmt, von Deckhaaren befreit und schließlich gesponnen und gewebt. Ursprünglich war diese kostbare Faser nur den Königen und Fürsten vorbehalten, und auch heute noch ist Pashmina sehr selten und schwer zu verarbeiten. Die Frauen im New Saddle-Projekt wissen um die uralten, überlieferten Techniken und legen ihre ganze Sorgfalt und natürlich eine Extraportion Liebe in das Weben der wunderbaren Pashmina-Stola.

