Bild wird geladen ...

 

   
   
   

Ein Baby gab ihm den letzten Anstoß

Sein Sohn. Als er geboren wurde, war dieses Ereignis für Heinz Hess und seine damalige Frau der letzte Anstoß zu eigenständigem unternehmerischen Handeln. Ihr Kind sollte gesund auf­wachsen. Die Eltern beschlossen, für ihren Sohn Kleidung zu entwickeln, die seiner empfindlichen Haut nicht schaden würde, Kleidung aus natürlichen, chemisch unbehandelten Stoffen. Und diese Kleidung wollten sie auch anderen Eltern verkaufen. Das war die Idee zur Gründung von hessnatur. Der Start war freudig, aber mühsam.

 

Mühsam war schon die Suche nach den wenigen Lieferanten, die überhaupt noch reine Naturfasern verarbeiteten. Doch schließlich war ein kleines Sortiment an Baby- und Kinderkleidung entwickelt und zusammengestellt. Da dieses Sortiment allen Eltern zugänglich sein sollte, beschloss Heinz Hess sein Unternehmen als Versandhandel zu gestalten: Das Versandhaus hessnatur war geboren, so winzig wie der kleine Sohn.

 

Viel Improvisation war gefragt, viel Enthusiasmus und manche Kompromisse. Nur Qualitätskompromisse waren schon damals verboten. Da war der sanfte Heinz Hess hart. Nachbarn, Freunde und die eigene Familie präsentierten die Kleidung im ersten Katalog. Die ersten Pakete wurden im Keller eines kleinen Einfamilienhauses gepackt. Hier trafen sich Freunde, um gemeinsam beim Adressieren der Kataloge zu helfen, hier wurden die ersten Rechnungen geschrieben.

 

Trotz seiner wirtschaftlichen Beschränkungen verlor Heinz Hess sein Ziel, wirklich gesunde Kleidung zu entwickeln, nicht aus den Augen. Zu der Schwierigkeit, Hersteller von Naturtextilien zu finden, kam hinzu, dass auch alle Naturfasern chemisch behandelt waren. Infolge solcher Behandlung waren zwar Mottenschutz oder Waschmaschinenfestigkeit gewährleistet, aber die gesundheitlichen Vorzüge der Naturfasern fast entwertet. Doch keiner der Lieferanten war bereit, auf solche Ausrüstungen zu verzichten. Seine Aufträge waren zu klein, Heinz Hess war als Auftraggeber zu schwach.