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Keine "falsche" Bio-Baumwolle bei hessnatur

22. Januar 2010

 

Butzbach Zertifizierte Bio-Baumwolle aus Indien, die jedoch nachweislich aus gentechnisch verändertem Saatgut stammt – diese Nachricht beschäftigt aktuell die Medien. „Wo Bio drauf steht, muss auch Bio drin sein“, kommentiert Rolf Heimann, Leiter des Bereichs Innovation und Ökologie bei hessnatur.  Das Naturmodelabel, das 100% seines reinen Baumwoll-Sortiments in Bioqualität anbietet, beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema Gentechnik  und führt entsprechende Tests durch.

  

In der aktuellen Kollektion von hessnatur stammen rund 6 % der Bio-Baumwoll-Artikel aus indischer Baumwolle, die restlichen 94 % aus der Türkei, Peru und dem eigenen Anbauprojekt im westafrikanischen Burkina Faso. Alle bisher untersuchten Artikel aus Bio-Baumwolle, inklusive jener aus indischer Baumwolle, waren frei von gentechnisch veränderter Baumwolle, so Rolf Heimann. „Wir haben strenge Standards entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette, die wir in jeder Phase überwachen und -prüfen“, so der Textilexperte weiter. Diese Konformität erstrecke sich vom Anbau – in diesem Fall der Bio-Baumwolle – bis zum fertigen Produkt. Unterstützend wirke dabei neben dem eigenen Monitoring die Zertifizierung durch externe Institute und die langjährigen Partnerschaften mit allen Lieferanten weltweit.

 

„Das Thema genmanipulierte Baumwolle, das aktuell die Medien bestimmt, haben wir vor Jahren schon aufgegriffen. Wir haben ein Institut mit der Entwicklung eines Verfahrens beauftragt, mit dem wir selbst beim fertigen T-Shirt nachprüfen können, ob hier die so genannten GMO-Baumwolle (GMO = Gen modified organism) eingesetzt wurde“, so Heimann weiter. Auch beim Anbau habe man das Problem im Blick.

 

In Burkina Faso, wo hessnatur zusammen mit der Schweizer Entwicklungshilfe-Organisation Helvetas Bio-Baumwolle anbaut,  wird bereits im ersten Schritt der textilen Kette überprüft, ob es sich bei dem Baumwollsamen um gentechnisch verändertes Saatgut handelt. „Bei dem Test kann nachgewiesen werden, dass der Samen für die Bio-Baumwolle kein zusätzliches Gen enthält. Wäre es vorhanden, wüssten wir, dass es sich um GMO-Saatgut handelt, denn das modifizierte Gen führt zur Bildung eines Proteins gegen Schädlinge auf dem Baumwollfeld“, erklärt Heimann. Auch das Verbreiten von Blütenstaub von Gentech-Feldern zu Biofeldern könne er ausschließen: „In Burkina Faso müssen die Bauern einen Mindestabstand von 100 Metern bei den Feldern einhalten. Unabhängige Tests in anderen Anbaugebieten haben nachgewiesen, dass bei 50 Metern eine Vermischung des Saatgutes von unterschiedlichen Parzellen nahezu auszuschließen ist. Mit dem Abstand von 100 Metern wollen wir hier zusammen mit Helvetas auf Nummer sicher gehen“, betont Heimann.

  

 

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