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Oekomode: Grüner wird's nicht!

30. Juni 2008 | 

Brigitte.de

 

Gut designte Ökomode wandelt sich vom Nischenprodukt einer kleinen Trendgemeinde zum Verkaufschlager für alle. Brigitte-Redakteurin Anne Petersen erklärt, worauf man beim Kauf achten muss und stellt die besten Ökolabels vor.

Seit Jahren hat die Textilbranche keinen so großen Trend mehr erlebt wie die plötzlich entbrannte Liebe der Konsumenten zur Ökomode. Im kleineren Kreis der besonders Modebewussten galt nachhaltige Mode schon länger als schick. Seit sogar Ketten wie H&M oder C&A Biobaumwolle anbieten, kann jeder Umweltschutz und Shopping verbinden.

 

Kleiner Haken: Ein einheitliches Qualitätssiegel für faire und ökologische Kleidung gibt es bislang noch nicht. Für Heike Scheuer vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) ist das ein Problem. Sie freut sich über den zunehmenden Einsatz von Bio-Baumwolle, bei deren Herstellung auf Pestizideinsatz und synthetische Düngung verzichtet wird.

 

Doch entscheidend für die Umwelt und für die Hautverträglichkeit ist der anschließende Verarbeitungsprozess und der ist meist nach wie vor konventionell. Wer also wirklich ökologisch korrekt shoppen will, der achtet auf die Siegel: Der IVN vergibt die beiden anspruchsvollsten Qualitätszeichen: "Naturtextil-IVN zertifiziert" und "Naturtextil-IVN zertifiziert BEST". Inhalt: Nur Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau, unbedenkliche Farbstoffe, keine chemischen Ausrüstungen und Nachweis sozialer Standards wie Verbot von Kinderarbeit. Seit 2005 gibt es auch ein internationales Siegel, den "Global Organic Textile Standard", der den IVN-Zeichen sehr nahe kommt. (Infos unter» www.naturtextil.com, » www.global-standard.org, » www.label-online.de).

 

Ganz mühelos wird man also nicht vom Fashionvictim zum Umweltengel. Trotzdem: Auch mit dem Kauf eines einfachen Shirts aus Biobaumwolle ist schon viel getan. Nur stete Nachfrage sorgt langfristig für die Steigerung der Produktionskapazitäten. Denn bisher liegt der Anteil von BioBaumwolle auf den Weltmarkt bei nur 0,1 Prozent. Das kann man ändern. Und dabei noch gut aussehen.

 

hessnatur - Mit Stardesigner auf dem Weg zum Lifestyle-Label

Absolutes Traumpaar der Ökomode sind zurzeit der spanische Designer Miguel Adrover und das deutsche Naturmodeunternehmen hessnatur. In New York bekannt geworden durch Recycling-Experimente wie die Umwidmung von Louis-Vuitton- Taschen zu Miniröcken, zeigt Androver in diesem Sommer seine erste Kollektion für das 1976 gegründete Naturmode-Unternehmen aus dem hessischen Butzbach (kann ab Juli bestellt werden, hier gibt es eine Vorschau auf die »Miguel-Adrover-Kollektion)

 

Für Adrover, der für das deutsche Ökolabel sogar ein Angebot als Chefdesigner von Tommy Hilfiger ausschlug, wird damit "ein Traum wahr", wie er sagt: "Hier kann ich mit klarem Gewissen arbeiten". Stimmt: hessnatur ist absoluter Marktführer für Naturtextilien. Kein anderer Anbieter erfüllt die Ökostandards so gut wie der ehemalige Versandhändler, der sich mit dem neuen Designer an Bord und einer Reihe nagelneuer Flagshipstores (zum Beispiel in Hamburg und München) zum Lifestyle-Label für Lohas (Lifestyle of Health and Sustainabilty) mausert.

 

 

Original-Artikel lesen (pdf-Datei, 620 kb)

 
 

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