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Unser Anspruch - die Textilrichtlinien von hessnatur

hessnatur hat sehr anspruchsvolle Richtlinien definiert, die im Haus erstellt und permanent weiterentwickelt werden. Dabei werden die Erfahrungen und das hohe Know How umgesetzt, die hessnatur  in langjähriger Arbeit im Schwerpunktbereich Textil erworben hat.

 

Die Richtlinien basieren auf den folgenden Grundanforderungen:

  • Das fertige Textil muss immer humantoxikologisch unbedenklich sein, und es soll prinzipiell nach ökologisch optimierten Verfahren produziert werden.
  • hessnatur folgt dabei stets einem ganzheitlichen Ansatz: Wir betrachten unsere Produkte von Anfang bis Ende, vom Faseranbau bis zur Pflege des fertigen Produktes.

 

Im Folgenden sind die wichtigsten Anforderungen der Richtlinien zusammengestellt.


Anforderungen an die Faserauswahl

 

  • ausschließliche Verwendung von reinen Naturfasern
  • Bevorzugung von Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau/Tierhaltung
  • Ausnahmen: Elastan bis 8% bei Erhöhung der Funktionalität z.B. bei Nähzutaten, Gewebe und im Wäschebereich


Viele Fasern sind noch nicht oder nicht in ausreichender Menge in Bio-Qualität verfügbar, zum Beispiel Hanf, Ramie oder die Edelhaare wie Kamelhaar, Alpaka oder Kaschmir. Diese Fasern unterliegen denselben hohen Anforderungen wie alle hessnatur-Textilien und werden ausschließlich in schadstoffgeprüfter Qualität verarbeitet ( lt. hessnatur-Richtlinie). Vor allem Pestizidrückstände sind hier besonders relevant, diese werden über die strengen Richtwertanforderungen von hessnatur sicher ausgeschlossen. Die Richtwerte entsprechen den Regelungen des Global Organic Textile Standard. Auch die Verwendung genetisch modifizierter Fasern ist nicht zulässig.

Anforderungen an Hilfsmittel / Stoffe


Ausgeschlossen von der Verwendung in der Produktion sind grundsätzlich alle human- und umwelttoxikologisch kritischen Verbindungen. Bei der Bewertung folgen wir den Einstufungen nach EU-Gesetzgebung sowie den Beurteilungen der MAK-Kommission. Zu den von der Verwendung ausgeschlossenen Verbindungen zählen u.a.:

  • generell alle krebserregenden, fortpflanzungsgefährdenden und erbgutverändernden Stoffe
  • allergieauslösende Stoffe
  • Verbindungen, die eingestuft sind als PBT-Stoffe (persistent, bioakkumulierend und toxisch) oder vPvB-Stoffe (sehr persistent und sehr bioakkumulierend)
  • Polyvinylchlorid (PVC)



Anforderungen an Herstellungsverfahren


Unser Ziel ist es, die guten Eigenschaften der Naturfasern in der Verarbeitung unverändert zu erhalten, ganz natürlich und ohne Nachteil für Mensch und Umwelt. Bestimmte Herstellungsverfahren sind für Artikel von hessnatur generell ausgeschlossen, weil sie die Umwelt belasten oder zu Belastungen des fertigen Artikels mit Schadstoffrückständen führen. Statt dessen kommen innovative und zum Teil von hessnatur selbst entwickelte Alternativwerfahren zum Einsatz. Auch hier gilt hinsichtlich der Bewertung von Verbindungen: Maßgeblich ist für uns die Einstufung nach EU-Vorgaben. Bei der Bewertung von Verfahren bauen wir zudem auf unsere über 30jährige praktische Erfahrung.

 

Ausgeschlossen:   

 

  • sind bei Spinnen, Weben, Stricken schwermetallhaltige Öle, Mineralöle und das Schlichten auf Basis von Kunstharzen, da diese Verfahren umweltbelastend sind. Die Alternative bei hessnatur ist die Verwendung von Ölen und Schlichten auf Basis nachwachsender Rohstoffe, z.B. Stärke. In Ausnahmefällen wird Paraffin genutzt.

 

  • ist bei der Vorbehandlung der Faser Chlorbleiche, durch diese wird die Umwelt belastet. hessnatur wendet in der Produktion Bleichverfahren auf Sauerstoffbasis an. Ebenso nicht eingesetzt werden optische Aufheller, da sie umweltbelastend sind. hessnatur verzichtet gänzlich auf optische Aufheller. Chlorieren von Wolle zur Verminderung des Filzens findet bei hessnatur wegen der Faserveränderung und Umweltbelastung keine Anwendung. Hier wird alternativ auf mechanische Verfahren gesetzt, , z.B. die Verwendung von festerem Garn. Die Verwendung von Alkylphenolethoxylaten (APEO), Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), Diethylentriaminpentaessigsäure (DPTA) und anderen kritischen Komplexbildner als waschaktive Substanzen wird ebenso wegen der Umweltbelastung ausgeschlossen. Alternativen dafür sind bei hessnatur z. B. Waschen mit Soda oder Marseiller Seife.

 

  • sind beim Färben und Drucken schwermetallhaltige Farbstoffe (mit Ausnahme von Kupfer) und schwermetallbasierte Färbeverfahren (zum Beispiel die Nachchromierung von Farbstoffen). Diese belasten sowohl die Umwelt als auch das Produkt. hessnatur verwendet hochwertige schwermetallfreie und schadstoffgeprüfte Farbstoffe. hessnatur verzichtet auch auf umweltbelastende Druckverfahren (z.B. Ätzdruck), stattdessen kommen Druckpasten und –verfahren auf Wasserbasis zum Einsatz, die frei von kritischen Weichmachern wie Phthalaten sind. Auch Polyvinylchlorid (PVC)-basierte und phthalathaltige Druckpasten werden wegen der Umwelt- und Produktbelastung nicht verwendet - Alternative hierfür sind ebenfalls Druckpasten und -verfahren auf Wasserbasis.

 

  • sind beim Ausrüsten des Textils chemische Hochveredelungen wie Mottenschutzausrüstungen, antimikrobielle Ausrüstungen, kunstharzhaltige Pflegeleicht-, Knitterfrei- oder Filzfreiausrüstungen. Sie allen stellen eine Umwelt-  und Produktbelastung dar. hessnatur setzt auf mechanische Ausrüstungen mit Hitze, Druck oder Dampf. Auch besondere, geprüfte Verfahren wie die Behandlungen mit pflanzlichen Enzymen, z.B. für Jeans-Waschungen, sind zugelassen.

 

Zutaten und Accessoires

 

Ökologische Konsequenz bis ins Detail: Bei hessnatur bestehen auch die Nähzutaten und Accessoires aus Naturmaterialien:

  • Knöpfe z.B. aus Holz, Horn, Perlmutt oder chrom- und nickelfreiem Metall
  • chrom- und nickelfreie Schnallen und Nieten
  • generell kein Einsatz von Polyvinylchlorid (PVC) und Teflon


Nur wenn der Einsatz von Naturmaterialien die notwendige Funktionalität des Kleidungsstücks nicht ermöglicht, machen wir Ausnahmen und setzen synthetische Materialien ein, zum Beispiel bei Reißverschlussbändern. Ist eine Elastizität bei Garnen notwendig oder größere Stabilität, arbeiten wir mit Core-Garnen. Bei diesen Umwindegarnen wird ein synthetischer Kern mit reiner Baumwolle ummantelt.


Anforderungen an die Produktionsbetriebe

 

  • Alle textilveredelnden Betriebe müssen über eine mindestens 2-stufige Kläranlage verfügen.
  • Alle Betriebe stellen sicher, dass die hessnatur-Materialien und –Artikel nicht mit konventionellem Material in Kontakt kommen, so dass Verunreinigungen, Verwechslungen und Vermischungen ausgeschlossen sind.
  • Alle Nähereien durchlaufen zudem das hessnatur-Kontrollprogramm für Sozialstandards.



Umsetzung & Kontrolle


Die Richtlinien werden in enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten umgesetzt, die wir bei der  praktischen Anwendung und bei Fragen intensiv unterstützen. Bei jedem Artikel und jedem verwendeten Material überprüfen wir in der gesamten textilen Kette, ob die Herstellung unseren ökologischen Standards entspricht. Die Daten werden  dokumentiert, geprüft und bewertet und ggf. vor Ort kontrolliert. Die kontrolliert biologische Fasergewinnung unterliegt stets der Kontrolle durch unabhängige Zertifizierungsorganisationen und wird zusätzlich über Zertifikate nachgewiesen und dokumentiert.

Die ausführliche Dokumentation und Überprüfung der Artikel ist zudem die Basis für die Zertifzierung von hessnatur nach Global Organic Textile Standard (GOTS).

Global Organic Textile Standard

 

Neben diesen Maßnahmen erfolgen bei der Produktionsware regelmäßige Schadstoffkontrollen gemäß den strengen Richtwertanforderungen von hessnatur, die von unabhängigen Prüfinstituten durchgeführt werden. Alle von der Herstellung ausgeschlossenen Verbindungen dürfen im Endprodukt nicht nachweisbar sein.

Neben unseren strengen Schadstoffrichtwerten kontrollieren wir bei  jeder Warenanlieferung die technische Materialqualität, z.B. Farbechtheiten, Einlaufwerte und Haltbarkeit.

Die Textilrichtlinien von hessnatur gibt es auch hier als PDF zum Download.

Textilrichtlinien